domingo, 3 de enero de 2016

Joe Rosenberg Ensemble - Rituals And Legends (2015)


Label: Quark Records
Soulce: Joe Rosenberg

 
Der aus Boston stammende Sopransaxophonist und Komponist Joe Rosenberg widmete sich in den 90er Jahren dem Werk von Ornette Coleman und Eric Dolphy und nahm für die Labels Music & Arts und Black Saint auf.  Mitte der 90er Jahre zog er zunächst nach Hongkong, später nach Bali.  Seither versucht er, Anregungen, die er von der asiatischen und der afrikanischen Musik empfangen hat, in den Jazz zu integrieren.  Seine Aufnahmeaktivitäten hat er nach Europa verlagert.  Im Mini-label Quark Records seines bevorzugten Schlagzeugers Edward Perraud sind drei Aufnahmen erschienen, die vielleicht zum Feinsten gehören, was Avantgarde-Jazz derzeit zu bieten hat. 

“Resolution” ist eine 2013 entstandene Aufnahme mit seinem französischen Ensemble, dem nebst Edward Perraud der Cellist Didier Petit, der Bassist Arnault Cuisinier und der italienische Pianist Bruno Angelini angehören.  Das Programm beginnt mit einer dreiteiligen afrikanischen Suite, die sehr behäbig und unaufgeregt voranschreitet.  Danach eine Reihe von freien Improvisationen, die von erstaunlichem Unterhaltungswert sind, weil sie, so scheint es, alle Tabus der freien Improvisation durchbrechen.  Da gibt es formale Entwicklungen mit wechselnden Instrumentalkonstellationen, die offenbar auf vorgefertigten Konzepten basieren, es gibt retardierende Momente, insistierende oder vertiefende Wiederholungen, rhetorische Formeln eines musikalischen Diskurses oder von Erzählungen, da gibt es keine Angst vor der Langsamkeit oder dem temporären Stillstand.  Die beiden Höhepunkte der CD sind allerdings Fremd-Kompositionen: zum einen das mysteriöse „Blue Jay Way“ von George Harrison, das 1967 auf der Beatles-LP „Magical Mystery Tours“ erschienen war, zum andren John Coltranes „Resolution“, dem zweiten Teil seiner Suite „A Love Supreme“ – beide waren übrigens wie Joe Rosenberg stark an indischer Musik interessiert.  Besonders in „Blue Jay Way“ kommt das Ensemble in seinen Improvisationen zu völlig ungeahnten, eigentlich abwegigen Ergebnissen, aber das Spannende gerade an diesem Stück ist die innere Logik des Prozesses, der zu diesen Ergebnissen führt.  Read more...



1 Ramkali
2 Akazehe
3 Teen taal
4 Kecak
5 Ramkali (Alternative Version)

Daniel Erdmann (saxophone)
Stéphane Payen (saxophone)
Olivier Py (saxophone)
Robin Fincker (saxophone)
Antonin-Tri Hoang (saxhophone)
Bruno Angelini (piano)
Arnault Cuisinier (basse)
Edward Perraud (batterie)


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