Showing posts with label Andi Haberl. Show all posts
Showing posts with label Andi Haberl. Show all posts

Wednesday, September 5, 2018

Matthias Lindermayr - New Born (September 14, 2018)


The dawning of something new, something big. Something which will have an impact on an indefinite scale. The first Guitar chord hovers, the cymbal lingers, while the first sound of the trumpet occurs. From nothingness to epic proportions. From easy wind to tempest. 

„Newborn“ is the title cut of the new record by Matthias Lindermayr which is a mesmerizing body of work. The album was conceived in an important transitional period of the artist who relocated back to his hometown after a long stint in Berlin honing his compositional skills, due to the birth of his „Newborn“ child. The initial work began before this private Milestone, with the majority of the music being completed afterwards. Lindermayr states being dominated by two themes at the time: Newborn child and record.


The focus was on the important and essential elements residing within the compositions. On „Newborn“ Matthias Lindermayr processes the essential aspects of life musically. Together with producer and guitar player Azhar Kamal who was also his partner on the production of his debut on Enja „Lang Tang“ they followed a more jazz oriented approach with more freedom of interpretation for the involved musicians than on the debut. The music you experience is extremely dynamic, free flowing at times, lots of space for the bass and the letting loose of the reins for the trumpet which has been somewhat relieved of its vocalesque duties, which it had on Matthias first offering. The line up at this concert is more or less identical to the debut with Andreas Haberl, Drums, Andreas Kurz, Bass, Azhar Kamal, Guitar. The only new addition would be Chris Gallon Piano. The production team of Lindermayr/Kamal worked well with their skills in sonic dramaturgy which surpass the limits of what may be broadly perceived as classic „Jazz“. On „Newborn“ you hear the epitome of Jazz in the 3rd millennium with brilliantly, concise melodies and trumpet which has a lot to express without being overwhelming. A voice that will be heard. Rejoice! Expect something GRAND

- Ulrich Habersetzer(Bavarian Radio)

Chris Gall (piano)
Azhar Kamal (guitar)
Andreas Kurz (bass)
Andi Haberl (drums)

Composition by Matthias Lindermayr
Produced by Azhar Kamal
Mixed by Mario Thaler
Mastered by Guido Hieronymus

1. New Born
2. Massave 04:21
3. Daydreaming
4. Pattern
5. Oktober
6. Matilda
7. Khmerish
8. On the Wall

Monday, February 26, 2018

Richard Koch Quartett - Wald (2018)


The Sound Of Humus!
Im Wald mit dem Richard Koch Quartett

Die Trompete sucht immer das Holz, sagt Richard Koch. Einen natürlichen Resonanzraum. Na, und wo findet der Mensch das Holz?! Im Wald. Albumtitel gefunden.

Aber Richard Koch hat die Stücke auf seinem Debütalbum tatsächlich auch im Wald komponiert. Und zwar nicht in einem naheliegenden Forst in Brandenburg oder Mecklenburg, sondern auf der niederländischen Insel Vlieland. Auf so einer Insel ist ein Wald ja selbst eine Art Insel. Ein Zufluchtsort. Ein Schutzraum. Ein System im System. Das Spiel der Elemente: Für Fische sind Seen Inseln, wusste schon Alexander Kluge zu berichten.

Auch Richard Koch ist ein Psychedeliker der feinsten Sorte. Immer findet sich bei ihm das Große im Kleinen, und im winzig Kleinen wiederum das ganze Große. Melancholie und Witz übergeben seine Quartettmitglieder einander wie einen kostbaren Staffelstab, dabei hat der Herr Koch immer einen klaren Ton auf den Lippen und ein offenbar großes Vergnügen daran, im Klangwald mit allen Elementen zu verschmelzen und zu verwachsen.

The Sound Of Humus!

Den 1979 im österreichischen Tulln an der Donau geborenen Trompeter und seit fast zwanzig Jahren in Berlin ansässigen, interdisziplinären Künstler beschäftigen vor allem die fließenden Übergänge: Von der Wurzelschicht (der Bassbereich?) bis zur Baumschicht (die Obertöne?) und als fallendes, welkes Blatt schließlich wieder nach unten in Richtung Wurzelschicht. Ein Zen-Trompeter!

Richard Koch erinnert uns mit seinem leichtfüßigen, Hans-guck-in-die-Luft-Spiel an den großen Tijuana-Trompeter und Entrepreneur Herb Alpert. Oder an den gedämpften Donald Byrd. Aber immer wieder wird es in seinem Quartett kindlich verspielt, rappelnd und aufbrausend wie im Willem Breuker Kollektief. Wir befinden uns schließlich auf einer niederländischen Insel. Aber bevor es zu clownesk wird, spielt Richard Koch uns lieber wieder weiterkomponierte, besinnliche Fugen der Photosynthese vor, die ihm erst gestern die Waldvögel mit auf den Weg gegeben haben. Aber nicht nur die Vögel - der ganze Wald musiziert! Ein komplexes, organisches System. Ein Orchester!

Der Wurm lockert den Boden, bloß um wenige Minuten später im Schnabel eines Vogels zu landen. Der Vogel trällert zum Dessert eine Melodie. Und zwischen den Bäumen in einer kleinen Lichtung, da steht Richard Koch mit seiner Trompete, aufmerksam zuhörend, das Naturschauspiel genießend, bevor er begeistert mit einsteigt in das wilde Nahrungskettenensemble. Ist das Jazz?

Unbedingt.

Das Richard Koch Quartett ist eine der großen Entdeckungen des Berliner Jazzjahrs 2018 und hoffentlich noch weit darüber hinaus. Mit dem Schlagzeuger Andi Haberl, dem Pianisten Michael Hornek und dem Bassisten Andreas Lang verfügt das Quartett über alle musikalischen Fähigkeiten, die Musik des Waldes - auf einer Insel wohlgemerkt – ewig formvollendend in unsere Städte zu tragen.

Auf so einer Bühne steht man schließlich auch in einem Stück Wald. Richard Koch steht ansonsten gerne mit dem Andromeda Mega Express Orchestra auf der Bühne. Und die sehr gerne mit The Notwist. Aber auch mit Peter Fox oder den Beatsteaks hat er immer wieder zusammengearbeitet. Und falls Sie auf dem neuen Nils Frahm Album eine Trompete hören, dann wird es sicher auch die von Richard Koch sein. Ein umtriebiger Trompeter.

Aber zurück auf unsere Insel - also den Wald! Wir können es nicht mehr auseinanderhalten. Ein Zufluchtsort jedenfalls, in der Hektik unserer metrischen Zeitordnung. Auf dem Tonträger bringt uns das Richard Koch Quartett gleich den ganzen Wald in die Wohnung. Die Trompete sucht eben immer das Holz. Und das wird sie sicher auch in ihren vier Wänden finden.

Maurice Summen


1. Moped
2. Mond
3. Jan+Erna
4. Wald
5. Regen
6. Wolpertinger feat. Ron Spielman
7. Der Herbst

Richard Koch - trumpet
Michael Hornek - piano
Andreas Lang - bass
Andi Haberl - drums

Special Appearance by Ron Spielman (Guitar on Track 6)